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So schützt du dich vor Identitätsdiebstahl bei der Jobsuche

Kategorie: Jobsuche

Es könnte so einfach sein. Da hast du im Internet deinen Traumjob auf einem renommierten Jobportal gefunden, deine Qualifikationen passen perfekt zu der Stelle und das Beste: Du kannst auch noch in Heimarbeit starten. Das hört sich fast zu gut an, um wahr zu sein. Nicht immer, aber immer öfter gibt es dabei tatsächlich einen Haken. Betrüger haben die Jobsuche nämlich als Möglichkeit entdeckt, anonym an Informationen, wie zum Beispiel deinen Namen, von Bewerbern zu gelangen und sie illegal zu verwenden.

Identitätsdiebstahl nennt sich diese neue Betrugsmasche, bei der Stellenanzeigen im Internet als Köder verwendet werden, um an Daten und Namen von Bewerbern zu kommen und dadurch mit den Informationen Geld zu verdienen. Entweder zum Schaden von Dritten im Falle eines Verkaufs, aber immer zum Schaden des Bewerbers, dessen Dokumente fälschlich verwendet werden.

Was hat aber dieser Identitätsdiebstahl mit dir und deiner Jobsuche zu tun? Bist du überhaupt betroffen von diesem Risiko und wie kannst du dich schützen? Diese Fragen gehen immer mehr Bewerbern durch den Kopf, da Identitätsmissbrauch durch die Digitalisierung auch auf dem Arbeitsmarkt immer weitere Kreise zieht. Dabei gibt es einfache Methoden, dich und dein Bankkonto sowie persönliche Informationen zu schützen. Um dich vor Identitätsklau zu schützen, ist es erst einmal wichtig zu verstehen, welche Gefahren entstehen können.

Identitätsraub in 5 Schritten: Hier musst du aufpassen!

Am besten schützt immer noch Wissen. Deshalb ist es wichtig zu verstehen, wie Betrüger im Internet an deine Daten und persönliche Informationen wie etwa deinen Namen kommen wollen. Nur so merkst du, wenn du plötzlich selber mitten in diesem Prozess steckst und kannst ihn frühzeitig beenden, bevor Schaden entsteht. Hier sind fünf Schritte, wie Betrüger beim Identitätsdiebstahl im Internet vorgehen:

  1. Der erste Schritt ist eine vielversprechende Stellenanzeige. Betrüger nutzen diese Form als Köder, auf den möglichst viele Bewerber aufgrund der guten Konditionen hereinfallen. Dieser Schritt ist die Basis, denn für eine richtig gute Stelle tun Bewerber eine Menge. Das Fiese daran ist: Je besser die Stelle klingt, desto weniger willst du wahrhaben, dass es in Wahrheit ein Fake ist.
     
  2. Im zweiten Schritt schickst du deine Bewerbung ab. In den Stellenanzeigen wird dabei detailliert nach deinen Daten wie Adresse, Geburtsdatum etc. gefragt.
     
  3. Du bekommst rasch eine positive Rückmeldung. Da sich aber sehr viele Bewerber gemeldet haben, ist es wichtig, dass du deine Identität verifizierst, um die Stelle auch zu bekommen. Wenn das nicht innerhalb einer Frist geschieht, erlischt das Angebot.
     
  4. Um deine Identität zu bestätigen, musst du Bilder von deinem Personalausweis an das Unternehmen senden. Außerdem wirst du in einigen Fällen gebeten, per Internet an einem Video-Ident Verfahren teilzunehmen. Dieses Verfahren wird normalerweise verwendet, um bei einer Bank ein Konto zu eröffnen. Im Video Chat musst du deine Ausweisdokumente in die Kamera halten.
     
  5. Das Unternehmen hat nun wichtige persönliche Daten von dir und den vollen Zugriff auf ein digital eröffnetes Konto. Auch wenn dir versichert wird, dass dieses Konto direkt nach der Erstellung wieder gelöscht wird.

Diese fünf Schritte klingen einfach. Und das sind sie auch, was den Identitätsdiebstahl auf Jobbörsen für Betrüger immer attraktiver macht. Aber was bringt den Betrügern eigentlich ein Konto auf deinem Namen? Schließlich hast du immer noch dein eigenes Konto mit deinem Geld.

Identitätsdiebstahl und die Folgen: Das kann passieren!

Muss man sich in Zeiten von Onlinebanking, Google und Facebook eigentlich überhaupt noch Sorgen um seine Daten machen? Die sind doch sowieso schon überall gespeichert und werden meistens für nervige Werbemails und Banner verwendet. Kann beim Identitätsdiebstahl also wirklich ein Schaden entstehen? Das kann nicht nur, es wird sogar passieren: In jedem Fall du und meistens auch Dritte tragen einen finanziellen Schaden davon. Zum Beispiel durch folgende Szenarien:

  • Durch ein Konto auf deinem Namen können Kredite beantragt und Geldtransfers durchgeführt werden, ohne dass es deiner Zustimmung bedarf. Die Beträge sind dabei immer so hoch wie der Kreditrahmen es zulässt. Erfahren davon wirst du erst durch Mahnbriefe „deiner“ Bank.
     
  • Betrüger eröffnen außerdem häufig sogenannte Fakeshops, in denen digital Waren an Kunden verkauft werden. Die Kunden bezahlen die Ware indem sie Geld auf „dein“ Konto überweisen. Die Ware kommt natürlich nie an und der einzige Ansprechpartner bleibst du. Der Ausgang einer zivilrechtlichen Klage gegen dich ist dabei ungewiss. 

Allein schon diese beiden Möglichkeiten zeigen, dass im Falle eines Identitätsdiebstahls einige Probleme auf dich zukommen. Gerade als Student ist man nicht unbedingt mit mehreren Sparschweinen ausgestattet und jobbt regelmäßig, um über die Runden zu kommen. Wenn man doch Opfer eines Identitätsdiebstahls geworden ist, ist eine Klage über mehrere Tausender plus Anwaltskosten daher nicht unbedingt wünschenswert. Was also kannst du tun, um dich und deine persönlichen Informationen im Internet zu schützen? 

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4 Warnsignale beim Identitätsklau: Dabei solltest du immer vorsichtig werden!

Das Positive an dieser Betrugsmache ist: Sie ist relativ einfach zu umgehen.

Das Problem ist nur, dass manchmal auch seriöse Firmen diese Art der Verifizierung verwenden.

Wie also unterscheidest du zwischen Betrügern und serösen Anbietern?

Die folgenden vier Warnsignale können dafür einen guten Leitfaden bieten:

  1. Wenn du innerhalb eines Tages eine positive Rückmeldung bekommst und noch vor der Zusendung deines Arbeitsvertrages an einem Ident-Verfahren teilnehmen musst, ist meistens etwas im Busch. Ein seriöses Einstellungsverfahren dauert meistens mehrere Wochen.
     
  2. Achte auf Rechtschreibfehler in der Stellenanzeige. Stimmen alle Angaben überein und werden realistische Versprechen gemacht? Ein Gehalt fernab jeder realistischen Vorstellung ist meistens ein Hinweis auf eine Fake-Stellenanzeige.
     
  3. Ist das Video-Ident Verfahren die einzige Möglichkeit, den Job zu bekommen? Wenn ein Unternehmen wirklich an deiner Person interessiert ist, werden deine Bedenken ernst genommen und eine andere Möglichkeit gesucht.
     
  4. Kannst du aus dem Stellenangebot in der Jobbörse die Kontaktdaten des Unternehmens in Erfahrung bringen? Ein Probeanruf ist immer eine gute Idee und sollte ohne Probleme möglich sein.

Alle vier Zeichen sind Warnsignale, bei denen du aufmerksam werden solltest. Am besten warnt dich aber immer noch dein Bauchgefühl. Auch wenn sich das Jobangebot noch so gut anhört: Vorsicht ist besser als Nachsicht.

Identitätsdiebstahl: Mitten drin – was jetzt?

Falls du zu den Pechvögeln gehörst, die gestern tatsächlich an einem Video-Ident Verfahren teilgenommen haben und jetzt nichts mehr von der Firma hören, heißt das nicht, dass du die nächsten Jahrzehnte im Bau verbringst, weil du deine Schulden nicht bezahlen kannst.

Schnelligkeit ist in diesem Fall das Mittel der Wahl. Denn dein Konto, was du ja nie eröffnen wolltest, ist immer noch dein Konto! Ein Anruf und die Sperrung ist durch – möglichst bevor die Transfers gebucht werden. Da es sich bei Indentitätsdiebstahl um eine Straftat handelt, ist auch eine Anzeige bei der Polizei wichtig.


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Über die Autorin: Sofia Nelles ist waschechte Digital Native und Masterstudentin an der HAW Hamburg. Sie ist begeistert von fertigen To-Do-Listen, gutem Wetter in Hamburg und Out-of-the-Box Ideen.